18. April 2022 jannik

Hallo Spencer

Title Card, 1979-1985. „Hallo Spencer“ ist eine deutsche Puppenspiel-Fernsehserie, die von 1979 bis 2001 für den Norddeutschen Rundfunk und andere Landesrundfunkanstalten der ARD produziert wurde.1) Innerhalb von 22 Jahren wurden 30 verschiedene Staffeln mit insgesamt 275 Folgen im Landesfunkhaus Hannover, Studio Hamburg und bei PentaTV in Hollenstedt2) gedreht. Darüber hinaus entstanden mehrere Spin-Offs und Sonderfolgen.

Konzept der Serie

Im Gegensatz etwa zur "Sesamstraße" treten in Hallo Spencer ausschließlich Klappmaulpuppen auf, die in einem fiktiven Dorf zusammenleben. Eine in das Geschehen integrierte „Leitpuppe“ vermittelt dabei zwischen den Zuschauern und den Dorfbewohnern. Diesen Part übernimmt der Moderator Spencer, in dessen Studio stets alle Handlungsstränge zusammenlaufen. In der Regel werden in den halbstündigen Episoden Geschichten aus dem Puppendorf präsentiert, die sich aus „Spannungen des alltäglichen Zusammenlebens“ ergeben – eine Art „Lindenstraße für Kleinkinder“.3) Die ältesten und die jüngsten Folgen passen allerdings nur bedingt in dieses Bild, darauf wird im Folgenden noch eingegangen.

Geschichtliche Einordnung

Anfang der 1970er Jahre starteten in den Sendern der ARD gleich mehrere Sendungen für die drei- bis sechsjährigen Zuschauer. Das Programmschema wurde überarbeitet, sodass nun wöchentlich knapp vier Stunden lang im ersten Programm der ARD Kindersendungen ausgestrahlt wurden. 1971 richtete die ARD im Rahmen der Koordination „Familienprogramm“ eine ARD-Arbeitsgemeinschaft „Vorschulerziehung“ ein. Sie widmete sich einerseits der Überarbeitung der vom NDR bereits eingekauften amerikanischen Sesame Street, die auf bundesdeutsche Lebens- und Fernsehverhältnisse zugeschnitten werden sollte, und befasste sich andererseits mit den Planungen für ein eigenständiges ARD-Vorschulprogramm. Nachdem NDR und WDR bereits 1971 fünf Folgen der Sesame Street in der amerikanischen Originalfassung gesendet hatten, begann im Januar 1973 die Ausstrahlung der „eingedeutschten“ Version der Sesamstraße in den dritten Programmen von WDR, NDR, HR, SFB und RB. Parallel dazu entstanden ab 1971 als ARD-eigene Projekte die Sendungen Lach- und Sachgeschichten (ab 1972 Die Sendung mit der Maus) von WDR, SWF und SR, Maxifant und Minifant (NDR) sowie Das feuerrote Spielmobil (BR und SFB). Gezeigt wurde die NDR-Serie Maxifant und Minifant ab 1972 (ab 1975 unter dem Titel Maxi und Mini). Die Reihe lief nach 52 Folgen 1977 aus, während Die Sendung mit der Maus und Das feuerrote Spielmobil national und international Anerkennung und Preise gewannen. Dennoch zeigte sich Mitte der siebziger Jahre, dass die Reichweite des Kleinkinderprogramms mit 10 bis 15 Prozent hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Da über die Konsequenzen keine Einigkeit zu erzielen war, löste sich die „AG Vorschulerziehung“ 1977 auf.

Ende der siebziger Jahre kam also Bewegung in die Kleinkinder-Programmlandschaft der ARD. Die mehrfach preisgekrönte Sendung mit der Maus stand nicht zur Debatte und wurde weitergeführt. Das feuerrote Spielmobil wurde zwar noch bis 1981 ausgestrahlt, seine Produktion aber eingestellt. Es wurde 1982 durch die Serie Meister Eder und sein Pumuckl ersetzt. Nur die Sesamstraße stellte die Programmplaner vor ernste Probleme. Der Kooperationsvertrag von NDR und Children's Television Workshop (CTW) würde Ende 1983 auslaufen und seine Verlängerung mit einem erheblichen Anstieg des Lizenzpreises verbunden sein. Dennoch erklärte sich die ARD-Koordination bereit, die Serie fortzusetzen, falls das zu einem erschwinglichen Preis möglich sei. Mitte 1981 kam tatsächlich eine recht kostengünstige Vereinbarung zustande, die die Fortsetzung der Sesamstraße von 1984 bis 1987 garantierte und auf Basis von Wiederholungsrechten 1988/89 ein langsames Auslaufen der Serie in Aussicht stellte. „Hallo Spencer“ war eigentlich als ihr Nachfolgeprogramm vorgesehen und ging 1979 in Produktion. Am Jahresende wurden die ersten fünf Folgen ausgestrahlt. Parallel zum Vertragsabschluss mit CTW legte man 1981 fest, die Sesamstraße ab Mitte der achtziger Jahre schrittweise durch Hallo Spencer zu ersetzen. Nach 1987/88 sollte „Hallo Spencer“ dann endgültig den Platz der Sesamstraße einnehmen.

Bei der Produktion der ersten fünf Folgen „Hallo Spencer“ sprang Sendung mit der Maus-Produzent Armin Maiwald als Regisseur ein. Diese Folgen hatten einen anderen Charakter als die später produzierten: Die Handlung orientierte sich zwar an einem Oberthema, bildete aber keine stringente Geschichte innerhalb des Puppendorfes. Es wurde zwischen verschiedenen Orten hin und her geschnitten, wobei im Gegensatz zu den späteren Folgen kein Zusammenhang im Sinne eines „Dorfes“ deutlich wurde. Zudem wurden die Puppenszenen, die zum Teil sketch-ähnliche Züge aufwiesen, von Real- und Trickfilm-Sequenzen unterbrochen. Die ersten fünf Folgen, die zwischen Weihnachten und Silvester 1979 ausgestrahlt wurden, wurden vom Publikum nicht wie erhofft angenommen. Für die nächsten Staffeln, die ab 1980 produziert wurden, überarbeitete man deshalb das Konzept: Charaktere wurden ausgetauscht, die „Einspieler“ entfielen und die einzelnen Figuren wurden zu einer „Dorfgemeinschaft“ zusammengefügt. Des Weiteren nahm man allmählich von den Oberthemen (beispielsweise die Zeit in der Folge "Zu früh, zu spät") Abstand und ging dazu über, in der halben Stunde Sendezeit den Alltag der Dorfbewohner zu thematisieren. Mit diesem neuen Konzept eroberte sich die Serie in den achtziger Jahren eine feste Zuschauerschaft, schaffte 1987 den Sprung aus den dritten Programmen in die ARD und war 1989/90 auf dem Höhepunkt ihrer Popularität angekommen.

Zur geplanten Ablösung der Sesamstraße durch „Hallo Spencer“ kam es allerdings nie. Da die Beliebtheit der Sesamstraße entgegen der Erwartungen der ARD-Verantwortlichen über die Jahre kaum abnahm, konnte „Hallo Spencer“ sich nie ganz im „Ersten“ etablieren. Während die Sesamstraße (wenn auch mit stetig verändertem Konzept) noch immer produziert wird, drehte man seit Mitte der neunziger Jahre nur noch unregelmäßig neue Hallo Spencer-Folgen.

Figuren

(siehe Hauptartikel)

Dorfbewohner

(siehe Hauptartikel)

Spencer

(siehe Hauptartikel)

Spencer, Protagonist und Moderator der eigenen Sendung, beobachtet das Geschehen im Runddorf mit seinem Monitor im Studio. Wichtige Attribute sind sein blauer Sessel, die Rohrpost, das Visophon, mit dem er einzelne Dorfbewohner oder auch alle zusammen als Konferenzschaltung kontaktieren kann, sein braun kariertes Sakko samt passender Schiebermütze. Er ist der einzige Charakter, der in jeder Folge die Vierte Wand durchbricht und direkt zu den Zuschauern spricht, die übrigen Figuren wenden sich nur sehr selten dem Publikum zu (Ausnahme ist sein Assistent Elvis, der die Zuschauer häufig vom Studio aus begrüßt und/oder verabschiedet).

Eine besondere Fertigkeit, die ihn in der Serie unabdingbar macht, ist sein Fingerschnipp, mit dem er in der Lage ist, zu jedem beliebigen Schauplatz im Dorf zu schalten. Als er etwa krankheitsbedingt durch Elvis vertreten werden muss, erreicht dieser einen Szenewechsel nur, indem er auf den Schreibtisch haut und dabei „Fingerschnipp“ ruft. Ein anderes Mal spielt er gar eine Videoaufzeichnung von Spencers Fingerschnipp ab.

Elvis

(siehe Hauptartikel)

Elvis ist seit der zweiten Staffel Spencers Assistent. Er wird oft zu Botendiensten, Meinungsumfragen oder um Fehler zu korrigieren oder durchzuführen, vorgeschickt. Außerdem ist nimmt er mit seinem Karteikasten die Funktion des Einwohnermeldeamtes wahr, ist leidenschaftlicher Kakteenfan und seit der ersten Max-und-Molly-Staffel (Folgen 60-62, 1985) ein ebenso leidenschaftlicher Videothekar - auf seine große Sammlung wird auch in späteren Folgen zurückgegriffen. Er sorgt im Studio für Ordnung - seine Ordnungsliebe, seine Pingeligkeit und sein „Was gedenkst du zu tun?“ raubt Spencer manchmal den letzten Nerv. Darüberhinaus ist er ständig der Blitzableiter für alles, was Spencer verzapft hat. Wenn Spencer zu feige ist, schickt er immer Elvis vor - und der darf dann alles ausbaden. Allerdings ist Elvis selber auch nicht gerade der Mutigste. Manchmal wird er von Spencer auch schlicht und einfach nur auf den Arm genommen.

Elvis ist bisweilen simpel gestrickt, versteht Zusammenhänge oft langsam bis gar nicht, weshalb er zu Jähzorn und auch Eifersucht neigt. In Folgen, in denen Märchen, Sagen oder Opern nachgestellt werden, wird ihm daher häufig die Rolle des Nebenbuhlers oder des Antagonisten zugeteilt.

Poldi

(siehe Hauptartikel)

Der Jungdrache Poldi wohnt im geologisch aktivsten Teil des Dorfes in einem Vulkankrater. Obwohl er jedem Passanten mit dessen Verzehr droht, scheitert er stets am Akkusativ: Sein „Ich bin Poldi, der schönste Jungdrache der Welt, huaaa, und ich will dir fressen!“ wird stets korrigiert, was seiner Bedrohung die Seriosität nimmt. Er selbst bezeichnet sich gern als „schönster Jungdrache der Welt“ und ist die wohl eine der beliebtesten Spencer-Figuren.

Poldi besucht die Jungdrachenschule, gemeinsam mit seiner Freundin Pummelzacken, die das Runddorf erstmals in Folge 199: "Poldi und Pummelzacken" besucht. Die Folgen 207-211 (1993) zeigen die beiden Drachen sowie ihre Mitschüler in der zuvor oft erwähnten Schule.

Lexi

(siehe Hauptartikel)

Der belesene Intellektuelle unter den Dorfbewohnern lebt mit seiner Bibliothek in einem Pilzhaus, wo er – noch auf der Schreibmaschine – an seiner Lebensaufgabe, der Lexiklopädie, arbeitet. Da er seinen Nachbarn geistig überlegen ist, stellt er eine wertvolle Instanz in allen Wissensfragen, bei denen die Anderen überfordert sind, dar, langweilt sie aber oft durch Weitschweifigkeit4) und seine Überheblichkeit.

Er fühlt sich zu Lisa hingezogen, seitdem er sich in Folge 53: Lexis große Liebe in den Zwilling verliebt hat. Die beiden waren mehrere Jahre ein Paar. Lexi streitet sich regelmäßig – jedoch selten ernsthaft – mit seinem Nachbarn Nepomuk, der ihn schon mal „Ringelwurm“ nennt.

Kasimir

(siehe Hauptartikel)

Kasimir (meist Kasi genannt) wohnt in einer Kastanie mit Fahrstuhl, ist der beste Freund von Nepomuk und hat eine enge freundschaftliche Verbindung zu Galaktika. Er ist hilfsbereit bis aufopfernd, sehr freundlich und erledigt gern und unentgeltlich kommunale Aufgaben, wie die Müllentsorgung mit seinem Bollerwagen, Postzustellung, leitet bei Bedarf u.a. den Katastrophenschutz. Seine bescheidene Gutmütigkeit wird zum Teil von den Dorfbewohnern ausgenutzt. Seine spärliche Freizeit verbringt er gern u.a. mit dem Reinigen seines geliebten Kastaniengrills.

Nepomuk

(siehe Hauptartikel)

Nepomuk, ein verschrobener Bildhauer von adligem Geblüt (durch Lexi anhand genealogischer Studien bewiesen), wohnt auf Schloss Nepomukhausen. Seinen vollen Namen – Nepomuk XXIII. – sucht er zwar zu verheimlichen, den Spitznamen Nepi wiederum gestattet er ausschließlich seinem Freund und Nachbarn Kasimir. Nennen die übrigen Dorfbewohner ihn so, quittiert er stets mit kräftigem Organ „Wie heiß ich?“„Nepomuk.“„Na bitte, geht doch!“ Er ist ein sturer, jedoch zuverlässiger Charakter.

Lulu

(siehe Hauptartikel)

Lulu wohnt mit ihrem Elvis in einem ausrangierten Eisenbahnwagen (dem sogenannten „Traumexpress“). Sie ist sehr modebewusst, kreativ, fantasievoll und hat schon eigene Kollektionen entworfen. In den ersten fünf Folgen ist sie sehr naiv, weiß zum Beispiel nicht einmal, dass Eiszapfen im warmen Zimmer schmelzen. Ab Folge 8: "Zu früh - zu spät" wird sie dann allmählich reifer und erwachsener.

Mona

(siehe Hauptartikel)

Mona, eine der Zwillinge, kann man leicht an ihren Zöpfen erkennen. Desweiteren soll sie die Frechere von den beiden sein, das ist aber wohl ein Vorurteil (wie sich in Folge 52: „Mona ist immer so frech…“ zeigt). Sie hat außerdem ein - wie Karl-Gustav einmal feststellte - schöneres Lachen und ist etwas geduldiger als ihre Schwester!

Lisa

(siehe Hauptartikel)

Lisa, den anderen Zwilling, kann man auch gut an der Frisur erkennen: Sie hat einen Pferdeschwanz. Außerdem ist sie im Vergleich zu Mona „eine Spur dünner“ (Zitat von Lexi), etwas ungeduldiger und - obwohl sie eine Zeit heftig mit Lexi rumturtelte - auch die Eifersüchtigere.

Die Quietschbeus

(siehe Hauptartikel)

Die Quietschbeus sind eine Band und bestehen aus dem Bandleader Karl-Heinz (Gesang und Keyboard), Karl-Otto (Gesang und Gitarre) und Karl-Gustav (Gesang, Schlagzeug und Saxophon). In jeder Folge singen die Quietschbeus ein zum jeweiligen Thema passendes Lied. Die Brüder fahren gerne mit ihrem Motorrad (eine Spezialanfertigung für drei Leute) durchs Dorf. Der Name der Band ist eine von Winfried Debertin erdachte Anspielung auf die Beach Boys.

Dorfbesucher (Auswahl)

Galaktika

(siehe Hauptartikel)

Galaktika ist eine gute Fee, die in Notlagen von den Dorfbewohnern durch einen Reim herbeigesungen wird: „Wir rufen Dich, Galaktika, vom fernen Stern Andromeda.“ Die darauffolgenden Zeilen beziehen sich jeweils auf die Situation, zu deren Hilfe Galaktika gerufen wird. Oft bringen die Bewohner all ihr Improvisationstalent auf, eine komplizierte Sachlage in Reime zu fassen. Nepomuk kann gelegentlich nichts mit ihr anfangen und murmelt, wenn sie gerufen wird: „die andromedanische Hupfdohle.“ Galaktika, die aus dem Sternensystem Andromeda stammt, erscheint meist unverzüglich in einem Raumschiff in Form eines Kristalls oder Diamanten und löst vorliegende Probleme quasi als Deus ex machina. Bisweilen verweist sie aber auf „andromedanische Gesetze“, die ihr in einigen Fällen die Hilfe untersagen und ermutigt die Dorfbewohner zur Selbsthilfe. Sie ist von großmütigem, mildem Charakter und stört sich nicht daran, Gali genannt zu werden.

Nero

(siehe Hauptartikel)

Der Antagonist zur guten Fee Galaktika, auch „der schwarze Unhold“ genannt, wurde 1982 als regelmäßige Figur aus der Serie genommen, da er den jüngeren Zuschauern nicht behagte. Er hatte nach Folge 25: "Schneewittchen" lediglich noch zwei Gastauftritte.5) Verstörenderweise sahen die Dorfbewohner Nero oft nicht, obwohl er lachend vor ihren Augen agierte und oft unter Donner und Blitzen auftauchte, wenn er Spencers Sendung sabotieren oder das Dorf ins Chaos stürzen wollte. So verbreitete er einen mysteriösen Virus unter die Dorfbewohner, klaute Gummibärchen, ließ einen Baum auf Kasi kippen, forderte Poldi zum Menschenfressen auf oder stiftete die Dorfbewohner zum „Betrügen, Lügen, Schwindeln, Klauen, Stehlen, Hetzen, Petzen, Verleugnen“ an. Nicht selten mussten die Bewohner Galaktika herbeirufen, um das von ihm verursachte Übel wieder loszuwerden.

Egidius Soltanelle

(siehe Hauptartikel)

Egidius Soltanelle war bis zu seiner Pensionierung Inspektor bei der Kriminalpolizei und schloss zuvor in Folge 68: "Der Fremde" erstmals Bekanntschaft mit den Dorfbewohnern, als er im Runddorf nach einer gestohlenen Palette mit Rollschuhen fahndete.. Er ist sehr gutmütig und lässt sich auch schon mal von seinen Freunden aus dem Spencerdorf ausnutzen, indem er z.B Arbeiten für sie erledigt. Egidius hat aber eine sehr schöne Bass-Stimme und bezaubert damit immer wieder die weibliche Bevölkerung des Dorfes, insbesondere Lulu.

Pummelzacken

(siehe Hauptartikel)

Pummelzacken ist die Freundin von Poldi. Sie ist ein hellgrünes Jungdrachenmädchen und hat rosafarbene Zacken auf ihrem Rücken. Sie taucht in zwei Folgen der 1992er und 1993er Dorfstaffel auf, sowie in den Jungdrachenschulfolgen.

(wird erweitert)

Produktion und Mitwirkende

(siehe Hauptartikel)

Die Serie wurde seit 1979 (zunächst im Landesfunkhaus Hannover) vom NDR und ab 1980 in Koproduktion mit WDR, SWF, HR und SR hergestellt. Die meisten Folgen wurden zwischen 1980 und 1993 im Studio Hamburg u.a. unter langjähriger Aufnahme- und später Produktionsleitung von Thomas Harnisch produziert. Das gesamte Runddorf wurde dort alljährlich für mehrere Wochen auf ca. 800qm und auf einer Höhe von 1,70m aufgebaut. Neun von insgesamt 30 Staffeln wurden außerdem zwischen 1988 und 2001 von Winfried Debertins Produktionsfirma PentaTV hergestellt.

Puppenspieler

Produktionsstab

siehe auch

Vor- und Abspann

Der originale Vor- und Abspann der Serie besteht aus animierten Stop-Motion-Sequenzen mit zwei Knetmännchen, die erstmals 1979 im Animationsstudio von Alexander Zaplethal in Hamburg gedreht wurden. Sie wurden im Laufe der Jahre mehrfach verändert. Die beiden Figuren aus dem Vorspann treten ansonsten nicht in der Serie auf, noch werden sie genannt. Seit 1986 gab es in einem neuen von Zaplethal animierten Vorspann außerdem ebenfalls in Knetgummi-Optik gestaltete Bildercollagen von fast allen Dorfbewohnern (zu sehen sind auch Galaktika und Nero, aber nicht Spencer und Elvis), sowie von Max, Molly und den Knubbels aus der 1984er Max-und-Molly-Staffel auf teilweise eingerahmten, an verschiedenen Wänden hängenden Bildern und auf einer ausklappbaren Tafel. Man entschied sich damals bewusst für den Knetmännchen-Vorspann, weil Zaplethals Figuren eine gute Einstimmung auf eine Kindersendung darstellten, jedoch mit dem Inhalt erstmal nichts zu tun hatten. Zuvor hatte 
man überlegt, Ausschnitte aus der Sendung zu verwenden - aber es gab nur sehr begrenztes Material von den ersten fünf Folgen.

Musikalisch begleitet werden Intro und Outro von der von Ingfried Hoffmann 1979 komponierten Titelmusik im Shufflerhythmus, eingespielt von einem Jazzorchester. Neben den Tutti-Bläsern, Klavier, Akkordeon, Schlagzeug und Bass fällt vor allem die markante Posaunenmelodie besonders auf, welche mit bestimmten Techniken, wie Growls, Shakes und Glissandi, aber auch dem aufgesetzten Dämpfer einen besonders rauen und schrillen Klang bekommt.

Erfolg und Rezeption in Deutschland

(wird erweitert)

Merchandising

(siehe Hauptartikel)

(wird erweitert)

"Hallo Spencer" im Ausland

(wird erweitert)

Zusammenfassung

Spencer und Elvis im Studio, 1986.

(siehe Hauptartikel)

Die Serie „Hallo Spencer“ hat aufgrund ihrer langen Laufzeit im deutschen Fernsehen (seit 1979) eine deutliche Entwicklung hinter sich, an der sich auch der allgemeine Wandel des Kinderfernsehens nachvollziehen lässt. In den ersten Folgen von Ende der siebziger beziehungsweise Anfang der achtziger Jahre ist noch spürbar, dass die Serie ursprünglich als Nachfolger der Sesamstraße konzipiert worden war: die Puppenspiel-Sequenzen waren meist kurze, abgeschlossene Geschichten vor dem Hintergrund einer einzigen Haupthandlung, die zudem noch von Real- und Zeichentrickfilm-Einspielern unterbrochen wurde. In den folgenden Jahren bis zur Mitte der Neunziger entwickelte sie sich stattdessen zu jener „Lindenstraße für Kinder“, deren Konzept mitunter als nicht kindgerecht kritisiert wurde. Nun wurden Probleme innerhalb der Dorfgemeinschaft thematisiert, die Haupthandlung um mehrere Nebenstränge ergänzt.

Die jüngsten Hallo Spencer-Folgen seit Mitte der 1990er Jahre zeigen dagegen (wieder) einen starken „Magazin“-Charakter. Man hat sich vom Puppendorf als einzigem Schauplatz verabschiedet, die Zahl der Figuren drastisch reduziert, ihre Sprache und ihren Charakter simplifiziert und arbeitete nun wieder mit Realfilm- und Zeichentrick-Einspielern.

Für die Erfindung der Serie und der Figuren verdient Winfried Debertin nach wie vor viel Annerkennung in der Spencer-Fangemeinde: Auch seine Motivation, die Serie aufleben zu lassen6), ist einer der Gründe seiner Beliebtheit bei den Fans. Es erfolgte die DVD-Veröffentlichung von 146 Episoden, 2007, 2009, 2012 und 2020. Gerade die letzten 38 Folgen, die in den Jahren 1995-2001 von PentaTV produziert wurden, gehören (neben den Episoden aus den ersten Jahren und sämtlichen Stadtfolgen) zu den Produktionen, auf die Debertin besonders viel Einfluss hatte. Sie zählen trotzdem aus den schon genannten Gründen zu den unbeliebtesten Folgen der Fangemeinde; sie wurden 2007 allesamt und ohne weiteres Bonus-Material auf DVD veröffentlicht.7)

Weiterführende Artikel

Fanpages

1)
Im Jahr 2004 wurde zudem eine Sonderfolge vom KiKA produziert.
2)
im Landkreis Harburg
3)
Rebehn/Schmidt, 1998
5)
Folge 43, 1983 und Folge 107, 1988.
6)
Debertin sprach seit 2007 von verschiedenen Comeback-Konzepten, von denen jedoch bis auf den selbstproduzierten YouTube-Kanal Spencer TV kein einziges verwirklicht wurde.
7)
Die erste DVD-Box bei amazon.de